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Team Wallraff: In Einrichtungen für Menschen mit Behinderung - was passiert,wenn

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Bianka:
http://www.rtl.de/cms/team-wallraff-in-einrichtungen-fuer-menschen-mit-behinderung-was-passiert-wenn-keiner-hinsieht-4088154.html

Team Wallraff: In Einrichtungen für Menschen mit Behinderung - was passiert, wenn keiner hinsieht!
20.02.2017 | 19:23

(mehr dazu bei rtl.de)


RTL-Reporterin Caro Lobig recherchierte undercover für die neue 'Team Wallraff'-Folge

Diese Reportage geht unter die Haut. Über ein Jahr lang hat Caro Lobig aus dem 'Team Wallraff' immer wieder Undercover in Einrichtungen für Menschen mit Behinderung recherchiert. Den Anstoß dazu hatten regelmäßige Zuschriften an Enthüllungsjournalist Günter Wallraff mit teils drastischen Schilderungen von Missständen in Werkstätten und Wohnheimen gegeben – zum Teil war da sogar von Sklaverei die Rede.

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Was die RTL-Reporterin bei ihren Recherchen erlebt und dokumentiert, ist teilweise schockierend und beinahe menschenverachtend: Schutzbefohlene, die von offenbar gleichgültigem Fachpersonal gedemütigt, respektlos herumkommandiert und verspottet werden. Wehrlose Menschen, die völlig willkürlich mit Stubenarrest oder Essensentzug abgestraft werden, weil sie sich mit ihrer Behinderung oft nicht so verhalten können, wie es die genervten Betreuer gerne hätten.
Die Bilder aus einer weitgehend geschlossenen Welt lassen mitunter drastische Missstände in Werkstätten und Wohnheimen für Menschen mit Behinderung erahnen. Und sie werfen Fragen auf: Wie steht es um die Schulung der Beschäftigen in solchen Einrichtungen? Und wie gut kommen die Träger solcher Einrichtungen ihrer Verantwortung für die ihnen anvertrauten Menschen nach?
Nach Hinweisen einer Informantin bewirbt sich Caro Lobig zunächst bei der 'Lebenshilfe Leverkusen', wo sie im Dezember 2015 ein Praktikum bekommt. Dort wird sie vom ersten Tag an Zeugin, wie die geistig schwer behinderte und motorisch eingeschränkte Lisa von den Betreuern immer wieder regelrecht drangsaliert wird.
Im Sommer 2016 absolviert die Undercover-Reporterin – ebenfalls nach Hinweisen auf Missstände - ein Pflege-Praktikum bei der 'Lebenshilfe Speyer'. In der Wohngruppe für Senioren mit Behinderung beobachtet sie mehrmals, dass Aktivitäten, die den Bewohnern als Möglichkeit der Beschäftigung zustehen, offensichtlich auch als Erziehungs-Instrument missbraucht werden. Das bekommt der etwa 50-jährige Thomas zu spüren – mehrfach und fortgesetzt. Eine Betreuerin fährt ihn an: "Hast Du gestern nicht versprochen, Du benimmst dich? Jetzt hast Du wieder eingenässt? Der Kuchen ist gestrichen."
Bei ihrem dritten Einsatz in den Rurtalwerkstätten in Düren – einer Werkstatt speziell für Menschen mit psychischen Erkrankungen – beobachtet die RTL-Reporterin, dass hier dem Förderauftrag offensichtlich nicht nachgekommen wird. Die Einrichtungen zeigen sich sehr betroffen von den Recherche-Ergebnissen. Aufgrund der 'Team Wallraff'-Recherchen ermittelt die Kriminalpolizei Ludwigshafen in Speyer wegen des Verdachts der Misshandlung von Schutzbefohlenen. 

Quelle RTL

Rena50:
Hallo Bianka,
danke für den Link. Was dort dargestellt wird, versetzt mir immer wieder Stiche. Wir haben früher auch ähnliche Erfahrungen bei unserem Sohn gemacht, wobei die Betreuer der WG natürlich auch nicht transparent waren, sondern wir Eltern nur so ein "Bauchgefühl" hatten. Erst nachdem wir massiv interveniert und angedroht haben, die Zustände öffentlich zu machen (es ist eine große Einrichtung mit gutem Ruf), kam Tobias in eine WG mit kompetenten, einfühlsamen Betreuern. Dort geht er gern hin und ist viel fröhlicher geworden. Behinderte Menschen, bei denen die Angehörigen nicht immer wieder auf der Matte stehen und kämpfen, sind im Nachteil - traurig aber wahr. Der Personalschlüssel ist teilweise so knapp, dass bei Ausfall eines Mitarbeiters nur noch die nötigsten Pflegeleistungen gebracht werden können. Und ja, die Träger müssen sich sich auch um ihre Mitarbeiter kümmern - dass sie genügend ausgebildet sind und Supervision bzw. psychologische Begleitung bekommen. Sonst stumpfen die nach ein paar Jahren ab.

Bianka:
Ich war auch total geschockt.

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