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Autor Thema: OFFEN "Wichtig" Infos zum neuem Gesetzt ab dem 1.1.2017 (Pflegegeld/Pflegegrade)  (Gelesen 1105 mal)

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Offline Bianka

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Der Bericht ist OFFEN zu LESEN! - der andere ist Intern im Forum wo nur Mitglieder lesen und Schreiben können. Also bitte darauf achten wo ihr antwortet!


Hallo Mädels!

im Moment lese ich viel Unsicherheit was die neuen Gesetze ab dem 1.1.2017 betrifft.
Ich selber bin nicht vom Fach und kann daher nur die Informationen weiter geben die ich selber bekommen habe (KK und MDK) wie auch was öffentlich abrufbar ist (Link).

Ich möchte etwas aufklären!!!

Fünf Pflegegrade statt drei Pflegestufen

Zur Ermittlung eines Pflegegrades werden die bei der Begutachtung festgestellten Einzelpunkte in jedem Modul addiert und - unterschiedlich gewichtet - in Form einer Gesamtpunktzahl abgebildet. Diese Gesamtpunkte ergeben die Zuordnung zum maßgeblichen Pflegegrad.
Der Pflegegrad wird mit Hilfe eines pflegefachlich begründeten Begutachtungsinstruments ermittelt.
Tabelle 1: § 15 SGB XI - Pflegegrad

Pflegegrad   Beeinträchtigung
1   geringe Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
2   erhebliche Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
3   schwere Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
4   schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
5   schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung

Pflegegrade im neuen Begutachtungssystem

In welchen Pflegegrad ein Betroffener eingruppiert wird, hängt davon ab, wie selbstständig der Betroffene ist.
Spielte zuvor der Zeitaufwand für die Pflege eine maßgebende Rolle bei der Zuweisung der Pflegestufe, so ist für den Pflegegrad vielmehr entscheidend, welche Art und Schwere der Beeinträchtigungen vorliegen und wie sich Beeinträchtigungen aus mehreren Sektoren bzw. Modulen aufaddieren.
Für die Feststellung der Selbständigkeit bzw. ihrer Beeinträchtigung werden Bereiche von Aktivitäten betrachtet, in denen der jeweilige Bedarf an personeller Hilfe erfasst wird. Für jedes Modul ergibt sich daraus der Grad der Beeinträchtigung (jeweils 0-4). Alle zusammen ergeben die Gesamtbeeinträchtigung.

Dies gilt auch für pflegebedürftige Kinder und Jugendliche.

Tabelle 3: Module für die Feststellung des Pflegegrades

Modul   Aktivitätsbereich   Gewichtung

1   Mobilität (Aufrichten im Bett, Sitzposition und umsetzen, Fortbewegen in der Wohnung und Treppensteigen)   10 Prozent
2
3   Kognitive und kommunikative Fähigkeiten (Personen erkennen, zeitliche und örtliche Orientierung, Erinnern an Ereignisse, Entscheidungen im alltagsleben treffen u.a.)
Verhalten und psychische Problemlagen (Verhaltensauffälligkeiten, nächtliche Unruhe, Wahn und Ängste, inadäquate Handlungsweisen usw.)   15 Prozent
4   Fähigkeit zur Selbstversorgung (Körperpflege, Toilettenbenutzung, Anziehen, Essen und Getränke bereiten usw.)   40 Prozent
5   Bewältigung von Krankheits- und therapiebedingten Anforderungen/Belastungen (Hilfeaufwand bei Medikation, Wundversorgung, häuslichen Therapiemaßnahmen, Arzt- und Einrichtungsbesuche usw.)   20 Prozent
6   Gestaltung des Alltagslebens und soziale Kontakte (z.B. Pläne machen, sich beschäftigen, Kontaktpflege im und außerhalb des eigenen Haushalts)   15 Prozent
7 und 8   Außerhäusliche Aktivitäten und Haushaltsführung: Diese Bereiche werden vom Gesetzgeber als nicht relevant angesehen.   
Das Punktesystem
Die Begutachtung mündet in ein Punktesystem, das zu einem Gesamtpunktwert zusammen geführt wird. Für die Festlegung des Pflegegrades ist der Gesamtpunktwert maßgebend.
Tabelle 4: Punktzahl und Pflegegrad
Gesamtpunkte   Pflegegrad
12,5 bis 26,99   1 (Kinder bis Alter 18 Monate: 2)
27 bis 47,49   2 (Kinder bis Alter 18 Monate: 3)
47,5 bis 69,99   3 (Kinder bis Alter 18 Monate: 4)
70 bis 89,99   4 (Kinder bis Alter 18 Monate: 5)
90 bis 100   5


Pflegeleistungen ab 2017
Wie bereits bei seiner Einführung, stellt das Pflegegeld keine Bezahlung der helfenden Personen dar, sondern soll ihre Motivation und die ökonomische Basis des Pflegehaushalts stärken. Wie genau im neuen System die Bemessung der Leistungen ausfallen wird, steht zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht fest. In den Modellrechnungen der oben genannten Analyse (S. 155-158) hat man sich an den Festlegungen aus dem ersten Pflegegesetz orientiert und mehrere Szenarien untersucht. Grundsätzlich sollen die betroffenen Person auf keinen Fall schlechter gestellt werden als bisher. Bereits mit der Umsetzung des Ersten Pflegestärkungsgesetzes sind Pflegegeld und Pflegesachleistungen um 4 Prozent angehoben worden. Sie sollen weiterhin fortlaufend an die Preisentwicklung angepasst werden. Dazu sind im Abstand von drei Jahren Überprüfungen geplant.

Bemessung der Pflegeleistungen ab 2017

Stark hilfsbedürftigen Menschen werden in Zukunft zwei Stufen mehr zugesprochen. Insbesondere richtet sich diese Regelung an Demenzkranke, für die bisher Pflegestufe 0 galt. Mit zwei Stufen mehr erhalten Demenzkranke also Pflegegrad 2. Menschen mit lediglich körperlichen Gebrechen erhalten nur eine Stufe mehr.


Personen, die bis zum 31.12.2016 nach "altem" Recht einer Pflegestufe zugeordnet wurden oder werden, müssen keinen Antrag auf Feststellung des Pflegegrades ab 2017 stellen. Sie werden ohne Antrag und ohne erneute Begutachtung mit Wirkung vom 01. Januar 2017 einem Pflegegrad zugeordnet. Die bisherige Pflegestufe wird automatisch in einen neuen Pflegegrad umgerechnet. Dabei gelten die Sprünge aus Tabelle 2.
Das bedeutet jedoch nicht, dass die Pflegekasse nicht schon im laufenden Jahr 2016 eine Wiederholungsprüfung nach dem alten Recht veranlassen kann.


Mehr dazu unter und auch Quelle: http://nullbarriere.de/pflegereform-2017.htm



Geplante Änderungen ab 2017:

§ 14 SGB XI - Begriff der Pflegebedürftigkeit

Der Begriff der Pflegebedürftigkeit wird völlig neu definiert. Maßgeblich für das Vorliegen von Pflegebedürftigkeit sind Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder Fähigkeitsstörungen in den nachfolgenden sechs Bereichen (Module):

Mobilität
(z.B. Fortbewegen innerhalb des Wohnbereichs, Treppensteigen etc.)
Kognitive und kommunikative Fähigkeiten
(z.B. z.B. örtliche und zeitliche Orientierung etc.)
Verhaltensweisen und psychischen Problemlagen
(z.B. nächtliche Unruhe, selbstschädigendes und autoaggressives Verhalten)
Selbstversorgung
(z.B. Körperpflege, Ernährung etc. -> hierunter wurde bisher die "Grundpflege" verstanden)
Bewältigung von und selbständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen
(z.B. Medikation, Wundversorgung, Arztbesuche, Therapieeinhaltung)
Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte
(z.B. Gestaltung des Tagesablaufs)
Dabei spielen die bisheren Zeitorientierungswerte keine Rolle mehr. Vielmehr geht es in der Regel um die Frage, ob die erforderliche Fähigkeit noch vorhanden ist und ob damit verbundene Tätigkeiten selbständig, teilweise selbständig oder nur unselbständig ausgeübt werden können.


Pflegestufe ohne eingeschränkte Alltagskompetenz
a) von Pflegestufe I in den Pflegegrad 2,
b) von Pflegestufe II in den Pflegegrad 3,
c) von Pflegestufe III in den Pflegegrad 4 sowie
d) von Pflegestufe III, soweit die Voraussetzungen für einen Härtefall vorliegen in den Pflegegrad 5

Personen mit eingeschränkter Alltagskompetenz
a) ohne gleichzeitige Pflegestufe = Pflegegrad 2,
b) bei gleichzeitigem Vorliegen der Pflegestufe I = Pflegegrad 3,
c) bei gleichzeitigem Vorliegen der Pflegestufe II = Pflegegrad 4,
d) bei gleichzeitigem Vorliegen der Pflegestufe III ohne oder mit Härtefall = Pflegegrad 5

§ 36 SGB XI - Pflegesachleistung

Anspruchsberechtigt sind die Pflegegrade 2 bis 5. Die Leistungen betrage ab 2017:

Pflegegrad 2 = 689 EUR
Pflegegrad 3 = 1.298 EUR
Pflegegrad 4 = 1.612 EUR
Pflegegrad 5 = 1.995 EUR

§ 37 SGB XI - Pflegegeld

Anspruchsberechtigt sind die Pflegegrade 2 bis 5.

Pflegegrad 2 = 316 EUR
Pflegegrad 3 = 545 EUR
Pflegegrad 4 = 728 EUR
Pflegegrad 5 = 901 EUR

Quelle des Textes und die kompletten Infos mit Heim und Co findet ihr hier: http://www.kv-media.de/pflegereform-2016-2017.php - solltet ihr wirklich mal lesen!!!
Mutter von 3 Autistischen Kindern

1: Asperger Autist * 2000
2: Kanner Autist    * 2006
3: Kanner Autist    * 2008

 Für mich die drei tollsten Kinder.



*So ist das Leben sagte der Clown mit Tränen in den Augen und malte sich ein lachen ins Gesicht.*

 


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