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Autor Thema: Wichtig an alle!!! - Die Pflegestärkungsgesetze – was sich 2015 ändert  (Gelesen 3437 mal)

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Offline Bianka

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Die Pflegestärkungsgesetze – was sich 2015 ändert


Die pflegerische Versorgung in Deutschland soll durch zwei Pflegestärkungsgesetze deutlich verbessert werden. Mit einem ersten Gesetz, das am 28. Mai 2014 durch einen Kabinettsbeschluss des Bundesministeriums für Gesundheit verabschiedet wurde, ergeben sich Änderungen, die ab 1. Januar 2015 greifen sollen. Hier habe ich ein paar Eckdaten zusammengestellt (alle Angaben ohne Gewähr):

 

Die Auszahlung des Pflegegeldes verändert sich wie folgt:
PS1 erhöht sich von 235,– Euro auf 244,– Euro monatlich.
PS2 erhöht sich von 440,– Euro auf 458,– Euro monatlich.
PS3 erhöht sich von 700,– Euro auf 728,– Euro monatlich.
Dementsprechend werden auch die Ansprüche auf Pflegesachleistungen für häusliche Pflege angepasst.

Der Betrag, der monatlich für Pflegehilfsmittel abgerechnet werden kann, erhöht sich von zurzeit 30,– Euro auf 40,– Euro.

Das Budget für die Verhinderungspflege wird ab 2015 von momentan 1550,– Euro auf 1612,– Euro pro Jahr angehoben. Auch die Leistungen für die Kurzzeitpflege betragen dann 1612,– Euro pro Jahr.
Zusätzlich besteht die Möglichkeit, das Budget der Verhinderungspflege noch einmal um 806,– aufzustocken, indem man sich die Hälfte des Betrages, den man pro Jahr für die Kurzzeitpflege in Anspruch nehmen kann, als Verhinderungspflege umrechnen lässt. Damit reduziert sich das Budget der Kurzzeitpflege auf 806,– Euro, für die Verhinderungspflege stehen dann 2418,– Euro zur Verfügung.
Auch umgekehrt wird es ab 2015 möglich sein, nicht verbrauchte Beträge der Verhinderungspflege für die Kurzzeitpflege zu nutzen – im Extremfall ist dies bis zum doppelten Betrag der Kurzzeitpflege möglich, wenn man keinerlei Verhinderungspflege abrechnet. Die Kurzzeitpflege könnte in diesem Fall bis zu 8 Wochen pro Jahr in Anspruch genommen werden.
Wie und wann diese Überträge bürokratisch in die Wege geleitet werden, muss individuell mit der Krankenkasse abgesprochen werden. Bezieht euch dabei auf den Kabinettsbeschluss des Bundesministeriums für Gesundheit vom 28. Mai 2014 (Link am Ende dieses Beitrages).

Info

 

Zusätzliche Betreuungsleistungen (ZBL) für Versicherte mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz heißen in Zukunft Zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen (ZBL), da sie sich ab 2015 nicht nur auf die Betreuung, sondern auch auf Entlastungsleistungen wie z.B. Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung beziehen. Sie erhöhen sich von zurzeit 100,– Euro, bzw. 200,– Euro auf 104,– Euro, bzw. 208,– Euro monatlich.

 

Interessant sind noch die erhöhten Beträge für sog. wohnumfeldverbessernde Maßnahmen. Wenn das eigene Zuhause oder auch Baumaßnahmen in Wohngruppen angepasst werden müssen, um dem Betreuungs- und Pflegebedarf gerecht werden zu können, sind ab 2015 Zuschüsse von bis zu 4000,– Euro pro Pflegebedürftigem möglich (in Wohngruppen potenziert sich der Betrag auf bis zu maximal 16.000,– Euro). Dies gilt für alle Pflegestufen gleichermaßen.

Die bisher beschriebenen Änderungen beziehen sich auf das erste Pflegestärkungsgesetz. Das zweite, mit dem ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff definiert und ein neues Begutachtungsverfahren eingeführt werden soll, wird voraussichtlich auch noch in dieser Wahlperiode umgesetzt. Dabei soll die bisherige Unterscheidung zwischen Pflegebedürftigen mit körperlichen Einschränkungen und Demenzkranken wegfallen. Entscheidend soll dann in Zukunft der individuelle Unterstützungsbedarf jedes Einzelnen sein.

Alle Angaben und darüber hinaus gehende Leistungsänderungen (Teilstationäre Leistungen, Pflege in vollstationären Einrichtungen, Kombination von ZBL und Pflegesachleistungen) sind unter folgendem Links im Detail nachzulesen:

Bundesministerium für Gesundheit: Änderungen nach Einführung des Pflegestärkungsgesetz 1

Pflege Deutschland.de: Pflegeversicherung

http://ellasblog.de/ellas-blog/die-pflegestaerkungsgesetze-sich-2015-aendert/
« Letzte Änderung: 22. Februar 2015, 13:23:39 von Bianka »
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Offline Luki08

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Danke für die Info.
Lg Luki
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Offline momo

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supi danke !
Vermutlich weiß ich jetzt wieso es so schwer ist eine PS zu bekommen da werden einfach zu viele zu teuer und speisen sie dann mit Ps 0 ab und betreuung somit sind sie dann günstiger :-/ sorry aber das musste gerade so raus

Online Rena50

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Noch mal danke, Bianka. Die Frage ist, ob sich dann auch die Pflege in Einrichtungen verbessert. Tobias hat PS 3 und im Heim Hilfebedarfsstufe 4 (bis 5 ist möglich, aber die wird praktisch nicht vergeben). Im Heim herrscht ständiger Personalmangel. Wenn Tobias nicht die Schule hätte und wir ihn nicht regelmäßig nach Hause holen würden, wäre er total aufgeschmissen.


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« Letzte Änderung: 17. Oktober 2014, 14:55:29 von Bianka »

Offline Bianka

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 *kn rena... auch dafür sind wir ja da!!! einfach mal der Seele luft machen.
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Offline Autisten Papa

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Ich blick da nicht durch.  things
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Offline Bianka

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Aktuell und nun auch am 7 November beschlossen:

http://www.merkur-online.de/aktuelles/politik/bundesrat-stimmt-pflegereform-zr-4420624.html

Berlin - Der Beitrag zur Pflegeversicherung steigt zum Jahreswechsel, zugleich werden die Leistungen für die Bedürftigen verbessert: Der Bundesrat billigte am Freitag die Pflegereform.

Mit ihr werden sich die Beitragssätze von derzeit 2,05 Prozent um 0,3 Prozentpunkte auf 2,35 Prozent erhöhen. Für Kinderlose steigt der Satz von 2,3 Prozent auf 2,6 Prozent. Die Leistungen der Pflegeversicherung werden um insgesamt 2,4 Milliarden Euro pro Jahr ausgeweitet.

Das Pflegegeld in der Stufe I steigt von 235 Euro auf 244 Euro, in der Stufe II von 440 Euro auf 458 Euro und in der Stufe III von 700 Euro auf 728 Euro. Liegt zusätzlich eine Demenz vor, werden bis zu gut 100 Euro mehr gezahlt. Zugleich sollen Kurzzeit-, Tages- oder Nachtpflege erleichtert, pflegende Angehörige stärker als bisher durch ambulante Dienste entlastet werden. Erhöht wird auch der Zuschuss für Wohnungsumbauten: Er steigt etwa für ein barrierefreies Badezimmer von 2557 Euro auf 4000 Euro.

Mit der Neuregelung stehen insgesamt 2,4 Milliarden Euro pro Jahr für pflegebedürftige Menschen und pflegende Angehörige zur Verfügung, wie Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) mitteilte. Damit werde die Pflege zu Hause deutlich gestärkt. Und die Lebensqualität in stationären Pflegeeinrichtungen werde durch eine deutliche Erhöhung der Zahl der Betreuungskräfte spürbar verbessert.

Der Bundesrat äußerte allerdings die Befürchtung, dass das geplante Gesetz zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf zu Mehrbelastungen für Länder und Kommunen führen könnte. Die Reform hätte Auswirkungen auf die Grundsicherung für Arbeitsuchende, hieß es in einer von der Länderkammer beschlossenen Stellungnahme zu dem Gesetzentwurf, über den auch im Bundestag noch weiter beraten wird.
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Offline Bianka

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Info: Quellangaben geprüft und nach getragen!
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